Walter Tydecks. Dialektische Theorie des Satzes nach Peter Ruben

Walter Tydecks. Dialektische Theorie des Satzes

Interpretation und Weiterführung der Prädikationstheorie von Peter Ruben.

Mit der Theorie des Satzes soll der in der Logik der chemischen Sphäre begonnene Weg fortgeführt werden, aus einer rein mechanischen Logik zu einer dialektischen Logik zu gelangen, die nicht neben der mechanischen Logik oder ihr gegenüber steht, sondern aus ihr hervorgeht. Die neueren logischen Arbeiten seit Frege werden nicht als Rückfall hinter den Stand der klassischen Philosophie kritisiert, sondern in ihnen werden neue Erkenntnisse gesehen, die diesen Weg leichter machen. Sie haben von der Untersuchung einzelner Worte oder Begriffe zur Betrachtung von Gesamtheiten von Sätzen geführt (Holismus). Mir geht es in diesem Beitrag um die Frage, welche innere Bewegung sich in den einzelnen Sätzen und ihrem Bezug aufeinander zeigt. Statt nur zu fordern, dass die Sätze objektiv wahr sind und bestimmten Regeln genügen, soll aus ihrer Bewegung die in ihnen verborgene Objektivität gezeigt werden. Das entspricht in meiner Deutung im Großen dem Gedankengang der Begriffslogik von Hegel, die von der Lehre des Begriffs, Urteils und Schlusses über die Objektivität zur mathematischen und dialektischen Methode führt.

Hierin sehe ich mich in den Grundzügen auf einer Linie mit der 1976 veröffentlichten Prädikationstheorie von Peter Ruben (im Folgenden zitiert als “P”), die in veränderter Terminologie dargestellt und interpretiert wird, um Anschluss an neuere Erkenntnisse insbesondere in der Mathematik und Physik zu gewinnen. Er hat die Lehre des Urteils und des Schlusses umgewandelt in eine Theorie der Satzbildung, Terminusbildung (Bildung von Fachbegriffen durch Sätze) und Namensbildung. Mit der Frage, wie Sätze, Fachbegriffe und Namen in Wechselbezug miteinander gebildet werden, ergibt sich eine neue Perspektive, in der das Widerspruchsproblem (Ruben) und die Wahrheit von Sätzen zu sehen sind.

Quelle: http://www.tydecks.info/online/ruben_praedikationstheorie.html