Manifesto of Dialectical Positivism (SM)

Dialecetical Positivism. A manifesto (SM)


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Morality – The Good Conscience of Class Society

Morality – The Good Conscience of Class Society

translated from the following german article:

Moral – Das gute Gewissen der Klassengesellschaft

(Gegenstandpunkt/ Marxistische Gruppe)

Kommentar: Meines Erachtens gibt es erhebliche Unterschiede in den Moralvorstellungen introvertierter und extrovertierter Menschen. Introvertierte Menschen streben mehr nach Genuss, Extrovertierte mehr nach sozialer Anerkennung. Dass soziale Anerkennung als Ziel problematisch sein kann, zeigt sich an der aktuellen desolaten Situation unseres Planeten, der von Extrovertierten regiert wird, denen es nur um ihren sozialen Status geht und die daher die Gefährdung ihres rationalen Eigeninteresses durch Umweltkatastrophen, Kriege und Revolten der Besitzlosen als sekundär ansehen.

Historisch gesehen haben wir es bei der heute geltenden Moral immer noch mit der aus dem Christentum herkommenden und von Nietzsche angeklagten altruistischen „Sklavenmoral“ zu tun. Werden wir es rechtzeitig schaffen, wieder eine Aristokratie introvertierter „Philosophen-Könige“ (Meritokratie) zu etablieren; oder wird die Menschheit in ihrer Ignoranz letztlich ihren eigenen Untergang herbeiführen? Der Kampf zwischen Ausnahme-Individuen (Genies), und den konformistischen Massen, wie ihn Nietzsche in nachfolgenden Sätzen beschreibt, dürfte sich jedenfalls künftig noch weiter zuspitzen:

Ursachen des Nihilismus: 1) es fehlt die höhere Species, d. h. die, deren unerschöpfliche Fruchtbarkeit und Macht den Glauben an den Menschen aufrecht erhält. (Man denke, was man Napoleon verdankt: fast alle höheren Hoffnungen dieses Jahrhunderts.)

2) die niedere Species (»Heerde«, »Masse«, »Gesellschaft«) verlernt die Bescheidenheit und bauscht ihre Bedürfnisse zu kosmischen und metaphysischen Werthen auf. Dadurch wird das ganze Dasein vulgarisirt: insofern nämlich die Masse herrscht, tyrannisirt sie die Ausnahmen, sodaß diese den Glauben an sich verlieren und Nihilisten werden.

Alle Versuche, höhere Typen auszudenken, manquirt (»Romantik«; der Künstler, der Philosoph; gegen Carlyle’s Versuch, ihnen die höchsten Moralwerthe zuzulegen).

Widerstand gegen höhere Typen als Resultat.

Niedergang und Unsicherheit aller höheren Typen. Der Kampf gegen das Genie (»Volkspoesie« u. s. w.). Mitleid mit den Niederen und Leidenden als Maaßstab für die Höhe der Seele.

Es fehlt der Philosoph, der Ausdeuter der That, nicht nur der Umdichter.

Quelle: Friedrich Wilhelm Nietzsche: Der Wille zur Macht I – Kapitel 6